Ehefrau aus dem Ausland: hinter den Kulissen

Ehefrau aus dem Ausland: hinter den Kulissen

5 Momente einer binationalen Ehe

Verliebt, verlobt, verheiratet…

Nach dem statistischen Bundesamt waren 2015 c.a. 6% der Eheschließungen zwischen deutschen Männern und ausländischen Frauen. Das sind nur graue, taube Zahlen, hinter denen zahlreiche dramatische Liebesgeschichten versteckt sind. Wie ist das, mit einer Ausländerin verheiratet zu sein? Was steckt hinter der Fassade?

In diesem Artikel werde ich Dir, lieber Leser, Besonderheiten der binationalen Ehe anvertrauen.

1. Zeitmangel

Hans aus Deutschland hat Lisa aus der Ukraine online kennengelernt. Nach einiger Zeit sind sie ineinander bis über beide Ohren verliebt und wollen mehr Zeit zusammen verbringen. Aber bei Fernbeziehungen ist das nicht einfach. Erstens ist reisen teuer. Zweitens, hat man nicht so viel Freizeit, denn wer bekommt schon alle zwei Wochen Urlaub? Also was tun? Beide denken, dass sie die Liebe ihres Lebens gefunden haben. Um Lisa nicht zu verlieren, macht ihr Hans demnächst einen Hochzeitsantrag. Lisa stimmt zu. Beide sind glücklich. Wenn sie alle Formalitäten erledigen, die mit Lisa’s Umzug nach Deutschland verbunden sind, können die Verlobten heiraten. Das Zusammenleben von Hans und Lisa fängt tatsächlich nach der Eheschließung an. Spielen die Beiden deswegen russisches Roulette? Vielleicht… Wer weiß? Aber bei den binationalen Ehen ist es meistens so, dass sich die Partner finanziell keine Lebensgemeinschaft vor der Eheschließung erlauben können.

2. Neue Heimat – neues Leben

Unsere Lisa zieht nach Deutschland zu ihrem Hans um. Für sie ist hier alles neu. Sie hat kein Einkommen, keine Wohnung, keine existenziellen Sicherungen sowie Krankenversicherung, keine zukünftige Rente. Die Garantie für ihre Existenz hier ist ihr Mann Hans. Darüber hinaus ist ihr ausländischer Universitäts-Abschluss für den deutschen Arbeitsmarkt meistens nicht relevant. Lisa kann entweder eine Ausbildung machen oder ein Studium hier anfangen, um ihre Qualifikationen zu bestätigen oder neue zu bekommen. Mit dem Umzug in die neue Heimat fängt tatsächlich ein neues Kapitel im Leben der ausländischen Frau an.

Manche Frauen wollen überhaupt nicht arbeiten. Sie sitzen dann nur zu Hause, isoliert von der Gesellschaft. Sie kommunizieren dann nur mit ihrem Mann und den Kindern. Die Frage, ob sie damit zufrieden sind oder nicht, bleibt offen.

3. Eingewöhnungszeit

Laut den Experten gibt es für jeden Migranten eine Eingewöhnungszeit. Dieser Zeitraum umfasst c.a. drei Monate und hat drei Phasen. Was passiert mit Lisa aus der Ukraine im neuen Wohnort?

Für Lisa ist alles neu. Aber obwohl sie keine Ahnung über die Lebensordnung in Deutschland hat, fühlt sie sich nicht beeinträchtigt. Ihr Mann Hans hilft ihr überall.

Bald kommt die zweite Phase: Irritation. Jetzt ist Lisa genervt. Das neue Land irritiert sie. Lisa hat nun auch Heimweh. Außerdem sitzt sie meistens zu Hause. Nach turbulentem Leben in der Ukraine, wo sie ihre Arbeit, ihre Freunde und ihre Familie hatte, scheint es ihr hier sehr langweilig zu sein. Sie hat keine Beschäftigung. Darum verschlimmert sich die Situation. Lisa ist oft traurig und weint.Wenn ihr Mann Hans kein Verständnis für seine Frau und ihre Situation hat, gibt es Streit in der Familie. Das ist echt eine schwierige Zeit für das frisch verheiratete Paar.

Die dritte Phase ist Demut oder Akzeptanz. Jetzt ist Lisa nicht so gestresst, wie früher. Sie hat sich an ihr neues Leben gewöhnt.

4. Sprache

Sprache ist ein Schlüssel zu der erfolgreichen Kommunikation. Wer die Sprache nicht kennt, bleibt isoliert. Für eine ausländische Frau kann die deutsche Sprache der Stein des Anstoßes sein.

Aber nicht für unsere Lisa. Sie spricht gut Deutsch. Sie ist frei und selbständig, denn sie braucht ihren Mann nicht, wenn sie zum Arzt oder eine Behörde gehen will. Lisa fühlt sich schnell in die deutsche Gesellschaft integriert. Durch die Sprache hat sie die Kultur, Traditionen und die Regeln ihrer neuen Heimat kennengelernt.

Im Vergleich zu Lisa hat Cai, eine neue Freundin von Lisa, große Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Sie hat auch einen Deutschen geheiratet. Aber sie spricht mit ihrem Mann nur Englisch. Cai ist traurig. Sie ist von ihrem Mann komplett abhängig, denn sie kann nirgendwo alleine hin gehen. Sie sagt: Deutsche sind nicht freundlich. Sie wollen mit ihr nicht Englisch sprechen. Und Deutsch versteht sie nicht. Cai fühlt sich, als sei sie eine Outsiderin der Gesellschaft. Und je mehr sie sich abschottet, desto weniger Motivation hat sie, irgendwann Deutsch zu lernen. Sie ist wie eine Schnecke in ihrem Schneckenhaus. Cai’s Welt ist beschränkt. Ihr einziger Kommunikationspartner in Deutschland ist ihr Mann. Cai’s Erwartungen vom Leben in der neuen Heimat mit ihrem deutschen Mann haben sich nicht erfüllt.

5. Familie und Angehörige

Eltern und Geschwister spielen auch eine große Rolle für die frischgebackenen Eheleute. In der binationalen Ehe könnten zwischen Angehörigen Konflikte wegen der kulturellen Unterschiede entstehen.

Unsere Lisa aus der Ukraine hat kurz vor der Hochzeit den Vater ihres Bräutigams kennengelernt. Der Vater von Hans ist 70 Jahre alt. Sein bester Abschnitt des Lebens war in 70er Jahren. Alle, die die deutsche moderne Geschichte kennen, könnten sich vorstellen, welches Frauenbild der Mann aus den 70ern hat. Eine Frau ist dem Mann untergeordnet und beschäftigt sich am besten mit Kindern, Küche, Kirche. Und Lisa stammt aus der Ukraine, die einen Teil der UdSSR war. Eine sowjetische Frau nahm aktiv am Leben der Gesellschaft teil. Das Frauenideal des Vaters von Hans ist Lisa fremd. Deswegen gibt es eine hohe Gefahr eines Familienstreits.

Wer bin ich in meiner neuen Heimat? Endlich entscheidet eine Frau selbst, wie sie ihr Leben in neuer Heimat organisieren will: sie könnte eine Arbeit finden, um ihre Zukunft zu sichern, oder komplett auf Kosten ihres Mannes leben. Die Hauptsache ist, Harmonie in der binationalen Familie zu behalten, was ab und zu nicht so einfach ist. Aber auf jedem Fall lohnt es sich, Liebe im Ausland zu suchen. Das ist romantisch, abenteuerlich und immer interessant mit einem Menschen anderer Nationalität gemeinsam durchs Leben zu gehen.

Verfasst von iana h.

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